Energiepolitisches Leitbild

Energie- und Umweltkommission

Warum ein Leitbild (allgemein)?

• das Leitbild ist die Selbstbeschreibung einer Kommune, die ihr organisatorisches Selbstverständnis (Corporate Identity) ausdrückt
• mit dem Leitbild verständigt sich die Organisation intern über sich selbst, sie entwickelt ihre Identität und ihr Selbstverständnis, die ihre zukünftige Praxis anleitet, d.h.
• ein Leitbild ist nur dann eines, wenn es die Praxis der politischen Entscheidungen und Maßnahmen einer Kommune auch tatsächlich leitet
• Grundvoraussetzungen an der Erstellung eines Leitbildes ist die Mitwirkung aller (politischen) Gruppierungen und Entscheider in der Kommune, damit sie sich hinterher auch mit dem Leitbild identifizieren
Ohne leitendes Bild von sich selbst sind alle Handlungen einer  Organisation  zufällig und unsystematisch !

Warum ein energiepolitisches Leitbild für Heuchelheim-Kinzenbach?

• das Leitbild soll eine Orientierung des Handelns aufzeigen, es umfasst also die energie- und klimapolitische Vision der Kommune
• das Leitbild soll die langfristige Ausrichtung der Gemeinde Heuchelheim-Kinzenbach durch ein konkretes Bild der gewünschten Zukunft zur Energieversorgung liefern
– wie ist der heutige und zukünftige Energiebedarf?
– wie kann er weitgehend klimaneutral gedeckt werden?
• durch Energieeinsparung
• durch energieeffiziente Nutzung
• durch regenerative Energieerzeugung
• das Leitbild soll durch eine Nutzenbeschreibung eine hohe Identifikation mit der Bevölkerung sicherstellen!

Leitbild-Anforderungen in Anlehnung an die DIN-EN 16001

• Selbstverpflichtung:
– das Leitbild muss zum Ausdruck bringen, dass sich die Kommune zum sorgsamen Umgang mit Energie, zur kontinuierlichen Steigerung der Energieeffizienz und zur Nutzung regenerativer Energieerzeugung verpflichtet
• Anwendungsbereich und Grenzen:
– der Wirkungsbereich des Leitbildes muss benannt werden. Er kann sich auf die direkten kommunalen Zuständigkeiten innerhalb der Verwaltung konzentrieren oder sich auch auf das lokale Gewerbe, die privaten Haushalte und die breite Öffentlichkeitsarbeit ausdehnen
• Handlungsfelder:
– das Leitbild soll die wichtigsten Handlungsfelder  kommunaler Energiepolitik, wie Gebäude, Verkehr, Stromnutzung, Energiesysteme,  kommunale Planungen und die Bürgerinformation und Bürgermitwirkung (z.B. in Energiegenossenschaften) einbeziehen
• Regionale Struktur:
– das Leitbild soll die lokalen Besonderheiten berücksichtigen, denn jede Kommune ist einzigartig in Größe, geografischer Lage, Wirtschaftskraft und vielen anderen Merkmalen
• Gültigkeit:
– das Leitbild muss so formuliert werden, dass es eine langfristige Gültigkeit hat
                    

1. Selbstverpflichtung:

– Mit dem energiepolitischen Leitbild geht die Gemeinde Heuchelheim/Kinzenbach mit einem überparteilichen Konsens eine langfristige Selbstverpflichtung ein, den Klimaschutz durch Energieeinsparung, energieeffizientes Verhalten und der Nutzung von erneuerbaren Energien zu initiieren, maßgeblich zu unterstützen und auch selbst durchzuführen. Dies soll auch zu einer höheren Unabhängigkeit in der Energieversorgung, einer sicheren Energieproduktion als auch zu kostenreduzierenden Maßnahmen beitragen. Mittels der durchgeführten Maßnahmen verbleibt Wertschöpfung in der unmittelbaren Region.
– Die Gemeinde und ihre Mandatsträger sind sich dabei bewusst, über eine Vorbildfunktion die Orientierung und Ziele ihres Handelns auch den Bürgerinnen und Bürgern - sowie dem Gewerbe und der Industrie -  Strategien, Maßnahmen und Projekte aufzuzeigen, die nachahmenswert sind und privat oder gemeinsam umgesetzt werden können.  Der Gemeinde ist es ein Anliegen, über ausführliche Informationen und Beratung eine hohe Mitbeteiligung  durch Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Gewerbetreibende sicherzustellen, damit auch alle sich mit dem Leitbild und den daraus erwachsenden Projekten identifizieren können.  
– Die Gemeinde setzt sich in Anlehnung an das RP-Ziel, mindestens 15% des Endenergieverbrauch (ohne Verkehr), ausgehend vom heutigen Verbrauch, bis zum Zieljahr 2020 einzusparen. In diesem Zeitraum soll der Anteil erneuerbarer Energien von derzeit 6,5 % auf mindestens 25 % des Strom- und Wärmeverbrauchs  erhöht werden.   

2. Anwendungsbereich und Grenzen des Leitbildes: 

Die Gemeinde legt großen Wert auf einen Parteien und Institutionen übergreifenden Konsens in den Klimazielen des Leitbilds und deren Umsetzung. Sie beabsichtigt, keine Pflichtmaßnahmen im privaten Bereich anzuordnen, sondern durch Beratung und evtl. Förderung oder andere Unterstützung den gesellschaftlichen, kommunalen und privaten Nutzen von Klimaschutzmaßnahmen aufzeigen. Bei Erhebungen und Analysen wird der Datenschutz sichergestellt.
Die Bestellung eines (ehrenamtlichen) kommunalen „Energie-Beraters“ kann den Anwendungsbereich von Klimaschutzmaßnahmen unterstützen und erweitern.
Die Prüfung der Umweltverträglichkeit der festzulegenden energiepolitischen Maßnahmen soll unter Berücksichtigung der Selbstverpflichtungsziele durch kompetente Stellen, u.a. auch durch frühzeitige Beteiligung von Bürgerschaft und Naturschutzverbänden, sichergestellt werden. Bei der Durchführung gemeindlicher Klimaschutzprojekte werden auch die Grundsätze einer soliden Haushaltspolitik sowie die Möglichkeiten einer diesbezüglichen wirtschaftlichen Betätigung der Gemeinde beachtet.
Bei kommunalen Investitionen wird darauf geachtet, dass sich durch wirtschaftliche Betätigung der Handlungsspielraum der Gemeinde zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger erweitert.
Hierzu gehören:

Biogaserzeugung (ein konkretes Projekt mit Strom- und Nahwärmeerzeugung mit 100 % igem Absatz befindet sich bereits in der Planungsphase (Blockheizkraftwerk))

Biomassenutzung  z.B. aus Grünabfällen oder Restholzverwertung (Hackschnitzel) zur Erzeugung von Strom und Wärme (Blockheizkraftwerk)
Bau eines Solarparks als Gewerbebetrieb auf Konversions- und benachbarten Sonderflächen (Abendstern)
Erweiterung von Photovoltaikanlagen auf gemeindeeigenen und privaten Dächern
Einführung der E-Mobilität mit E-Tankstellen (gespeist aus Photovoltaik) für Kommune und Private.
Nutzung von Energie aus Laufwasserkraftwerken (Hinweis: Heuchelheim hat ein Wasserrad in seinem historischen Ortswappen)
Wärme- und Stromversorgung durch Blockheizkraftwerke
Erweiterung von geothermischer Wärmeerzeugung auf geeigneten Flächen
Nutzung der Solarthermie zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung
Weitere qualitative Handlungsfelder sind Maßnahmen im Bereich:
der Öffentlichkeitsarbeit (Broschüren, Informationen, Linksammlung zum Klimaschutz, gezielte Veranstaltungen, Schulung verschiedener Zielgruppen in der Kommune, …)
der Einrichtung von Foren (in Kooperation mit HENEF) mit
Gewerbetreibenden/Banken
regionalen Energieanbietern
Spezialisten zur intelligenten Stromverteilung/interkommunales Energie-Management
Technischer Hochschule Mittelhessen / Universität Gießen
Industrie- und Handelskammer
Schülern und Lehrern der Wilhelm-Leuschner Schule
Erziehern und Kindern der kommunalen Kindergärten
der Einrichtung eines interkommunalen Energieforums
der Organisation der Steuerung von Maßnahmen (privatwirtschaftlicher oder genossenschaftlicher Betrieb von Energieprojekten, …)
der Potentialanalysen in der Kommune (derzeitiger Verbrauch, zukünftiger Verbrauch, wie kann er klimaneutral gedeckt werden?, …)

 

 

 

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